IMA

Zum Begriff Medienarchäologie

Die Wahrnehmung unserer Welt erfolgt in sehr hohem Ausmaß über Medien, Medien, die entscheidend zur Veränderung unserer Zivilisation beitragen. Aktive Medienarchäologie stellt Fragen an das Medium, betreibt künstlerische Grundlagenforschung durch die verschiedenen Zeitschichten hindurch und aktiviert das Medium künstlerisch im Hier und Jetzt.

Siegfried Zielinski prägte 2002 den Begriff in seinem Buch “Archäologie der Medien. Zur Tiefenzeit des technischen Hörens und Sehens.” Zielinski biegt den Zeitpfeil aus dem Jetzt heraus und richtet ihn durch zurückliegende Ereignisse und Personen auf eine mögliche Zukunft. Seine Aufmerksamkeit richtet sich auf Kuriositäten, welche für ihn ”Fundstücke aus der reichen Geschichte des Sehens, Hörens und Kombinierens mit technischen Mitteln” sind. Er verlässt somit den linearen Pfad der Geschichtsschreibung und eröffnet durch seine Fundstücke Möglichkeiten unterschiedlicher Zukunftskonstruktionen.

IMA Institut für Medienarchäologie arbeitet an der Bruchstelle von analog und digital und an der Schnittstelle von Forschung und Vermittlung insbesondere in Zusammenhang mit Akustik, Klangmaschinen und digitaler Musik.

digging | Frauen, Kunst und Technologie

Schwerpunkt sind Ausgrabungen von Produktionen von Frauen im Bereich der elektronischen Kunst und deren Sichtbarmachung für eine breitere Öffentlichkeit. Innerhalb dieser Forschungsmaterie konzentriert sich das Institut im Speziellen auf die akustischen Künste in all ihren Manifestationen.

Ziel ist die Einbettung und theoretische Reflexion der aktuellen Kunstproduktion in einen historischen Gesamtkontext. Auf dieser Basis werden Impulse zur internationalen Vernetzung mit Künstlerinnen und Institutionen gesetzt. Diese Vernetzung kann und soll auch spartenübergreifend gedacht werden, um zum Beispiel auch eine begleitende theoretische Reflexion zu schärfen. Kooperationen werden nicht nur als Folge von Impulsen gedacht, sondern werden auch aktiv in die Wege geleitet. Technik und Kunst von Frauen hat für IMA einen klaren positiven Zusammenhang. Ob diese Kunst nun durch die Bearbeitung von Apparaturen oder Programmierung von Computern erzeugt wurde/wird ist nebensächlich. Im Vordergrund steht die aktive Auseinandersetzung mit technologischen Entwicklungen.

Die Dokumentation dieser Produktionsfunde sowie die zeitgenössische Beschäftigung damit steht natürlich auch im Vordergrund der Interessen des Institutes. Vergleichsweise hat das MIT 2003 die Publikation „Woman Art & Technologie“, editiert von Judy Malloy, herausgegeben. Innerhalb dieses Buches werden ganz konkret Arbeiten und Arbeitsmethoden von Frauen/Künstlerinnen im Zusammenhang mit Technologie besprochen. Gedanklich ähnlich bearbeitet auch IMA teilweise sehr schwer zugängliche Leistungen von Frauen in den Serien IMA fiction und Maschinendivas.