Klangmaschinen alternative

Wie der Klang haltbar wurde

Die KLANGSPEICHER

Neben der maschinellen Klangerzeugung stellt die Ausstellung alte wie neue Apparaturen zur Klangspeicherung sowie die Entwicklung der Trägermedien ins Rampenlicht. Das berühmteste Exponat dieses Ausstellungsteils ist Thomas Alva Edisons Phonograph (1877).

ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN schenkt aber auch heute kaum bekannten Grammophonen, Bandmaschinen und anderen Klangspeichern gebührende Aufmerksamkeit, z. B. dem Ariston Paul Ehrlichs (1882). Es benützt Karton- oder Metallscheiben als musikalische Datenträger.

Das 1932 in Russland vorgestellte Sprechende Papier druckt die Schallinformation in Form von Schwärzungskurven auf ein Papierband auf, die Klangwiedergabe erfolgt durch optische Abtastung. Eine andere Speichertechnik macht sich das nach seinem Erfinder Alexander F. Schorin benannte, tragbare Schorinophon (1941) zunutze. Es nimmt den Ton auf einem 12 mm breiten Streifen eines ausgemusterten 35 mm Kinofilms auf, indem ein elektrisch angetriebener Rubin- oder Korundstichel Rillen in die Bildstreifen ritzt.

Die deutsche AEG begann 1932 ein von Fritz Pfleumer erfundenes Tonaufzeichnungsgerät für die Serienproduktion vorzubereiten. 1935 wurde das Magnetophon „K1“ als erstes industriell gefertigtes Tonbandgerät der Weltöffentlichkeit präsentiert und bis in die 70er-Jahre in neuen Modellen weiterentwickelt.

Senden und Empfangen

Die KLANGÜBERTRÄGER

Dieser Ausstellungsteil befasst sich mit jenen Geräten und Maschinen, die erzeugte und gespeicherte Klänge auch an anderen Orten hörbar machen. Die Geschichte der Klangübertragung beinhaltet manch typisch österreichisches Erfinderschicksal. Etwa jenes des Physikers und Rundfunkpioniers Otto Nußbaumer (1876-1930). Am 15. Juni 1904 gelang es ihm in Graz, mit seinem Nußbaumertisch drahtlos Musik zu übertragen und die steirische Landeshymne als ersten „Hit“ in Österreich on air zu schicken. Deutsche Unternehmen zeigten zwar kurz Interesse an Nußbaumers Erfindung, zu einer industriellen Weiterentwicklung kam es indes nie.

Der weltweit erste Radioempfänger (1895) verdankt sich dem Erfindergeist des russischen Physikers Alexander Stepanowitsch Popov. Sein Popov Receiver ist als Modell in der Ausstellung zu bewundern.

Dass geniale Erfinder nicht nur in Österreich scheitern, beweist das Schicksal des US-Amerikaners Thaddeus Cahill. In seinem zwischen 1897 und 1906 entwickelten und 200 Tonnen schweren Telharmonium sorgten Wechselspannungsdynamos für die Klangerzeugung. Unterschiedlich gezahnte, rotierende Tonräder generierten Sinusschwingungen, die über Telefonleitungen in die New Yorker Cafés und Hotels übertragen wurden. Leider beeinträchtigte dies das städtische Telefonnetz – Cahill verlor seine Sendelizenz und schlitterte in den Bankrott. Nichtsdestotrotz war seine Erfindung ein wichtiger Fingerzeig für die Entwicklung der Hammondorgel.

Von der Sprechmaschine zum Synthesizer

Die KLANGERZEUGER

Seit Maschinen das Leben unserer Vorfahren mehr und mehr zu vereinfachen begannen, strebten Erfinder, Techniker und Ingenieure danach, mit ihren Konstruktionen Klänge und Musik zu erzeugen oder den sprechenden und singenden Menschen nachzuahmen.

Zahlreiche, zum Teil in Vergessenheit geratene Apparaturen bilden das Herzstück der Ausstellung ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN. Darunter Johann Wolfgang von Kempelens Sprechmaschine aus dem späten 18. Jahrhundert oder das Theremin, das der russische Physiker Lew Termen 1919 während der Konstruktion einer Alarmanlage erfand.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielten zunächst mechanische, dann elektrische, schließlich die ersten elektronischen Klangerzeuger Einzug in die Welt der Musik. ZAUBERHAFTE KLANGMASCHINEN zeigt u. a. das Superpiano des Österreichers Emerich Spielmann (1928), ein dem Klavier nachempfundenes fotoelektrisches Instrument, das es aufgrund seiner komplexen Bauweise nie zur Serienreife brachte. Auch Lew Termens Rhythmikon (1932) und die Drum-Machine Wurlitzer Side Man (1959) vermochten den Rhythmus der Musikindustrie nicht zu bestimmen. Erfolgreicher verkauften sich hingegen die elektrischen Orgeln der US-Werkstätte Hammond (ab 1935).

Erfolgreich verlief auch die Geschichte der Synthesizer, deren Funktionsweise und Klangreichtum die Ausstellung vor Augen und Ohren führt. An ihren Anfängen stehen etwa Robert Moogs Innovationen – vom Max Brand Synthesizer (1960) bis zum Minimoog (1970).