Klangmaschinen Konferenz

12 03 2009 – 14 04 2009

Klangmaschinen zwischen Experiment und Medientechnik

Neue Prinzipien und Phänomene der Klangerzeugung sind seit dem 18. Jahrhundert als Nebeneffekte von Laborexperimenten aus dem Bereich der Naturwissenschaften häufg fast beiläufg entdeckt und zu musikalischen Instrumenten weiter entwickelt worden. Aus den experimentellen Wissenschaften bildet sich somit ein Entstehungsherd akustischer Medientechniken, Apparaturen und Musikinstrumente, dessen Innovationen für die elektroakustische Ästhetik des 20. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung sind.

Angesichts des Austauschs zwischen Experimentalanordnungen und musikalischen Instrumenten tritt deren technischapparativer Aspekt in den Vordergrund, sobald sich die Forschung nach der Entdeckung der akustischen Effekte auch in ersten Klangmaschinen konkretisiert, die aus Laborphänomenen neue Formen der akustischen Kunst erzeugen und gleichzeitig erkennen lassen, dass ihr Potential damit noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Die Konferenz fragt nach den konzeptionellen und wissenschaftshistorischen Kontexten von Klangmaschinen im Übergang vom physikalisch-physiologischen Experiment in die Medientechnik sowohl in technischer wie in ästhetischer Hinsicht: Klangmaschinen bilden nicht nur die technische Bedingung einer neuen musikalischen Ästhetik, sondern erzeugen ebenfalls einen inspirierenden Entstehungsherd vielfältiger medialer Innovationen, der oft über Jahrzehnte wirksam bleibt und neue Schnittstellen zur Experimentalkultur ausbildet.

In dieser Hinsicht führen die kulturellen Praktiken der Aneignung und Zweckentfremdung, des Bastelns und Experimentierens mit Schalleffekten, mit denen die Entwicklung der Klangmaschinen untrennbar verbunden ist, zu einer Durchlässigkeit traditioneller Fächergrenzen und erzeugen einen transitorischen Raum zwischen Wissenschafts-, Musik- und Mediengeschichte, in dem zentrale Begriffe des akustischen, musikalischen und medialen Wissens gemeinsam zur Disposition stehen und neu gefasst werden. Ausgehend von einer Erweiterung des Spektrums der Klangkunst zeigt sich dieser Umstand ebenfalls etwa angesichts der Standardisierung musikalischer Parameter, der Synthetisierung der menschlichen Stimme oder der klangmaschinellen Raumkonstruktionen.

Die Konferenz „Klangmaschinen zwischen Experiment und Medientechnik“ thematisiert die inspirierenden, gedanklich-apparativen Kontexte, in denen sich neue Ausdrucksformen der Sound-Art herausbilden.

Konzeption: Dr. Daniel Gethmann

PROGRAMM