“translation / read my lips”

Gerda Lampalzer’s Videoinstallation “Translation” aus dem Jahr 2003, nimmt die Idee zum Ausgangspunkt, das in jeder menschlichen Sprache, auf der Ebene des gesprochenen Klanges, eine andere enthalten sein könnte. Um dieser Vorstellung nachzuspüren, wurden Konversationen mit vier nicht deutschsprachigen SprecherInnen durch das Mittel des digitalen Videoschnitts poetisch in deutsche Texte mit neuem Inhalt verwandelt.

Die Re-interpretation dieser Arbeit verlagert diese Konzeption auf die Ebene des Bildes indem das Video der SprecherIn eines Textes in einer Sprache zum Ausgangspunkt für eine poetische Übersetzung durch Lippenleser, welche in anderen Sprachen sozialisiert wurden, gemacht wird. Es geht also darum experimentell festzustellen welche möglichen Bedeutungen auf der Ebene des phonetischen sich durch eine bestimmte Mundstellung ergeben könnten. Die Matrix der poetischen Übersetzung in Gerda Lampalzer’s Arbeit die auf der Ebene der gesprochenen Sprache operierte und die Spuren im Videobild sichtbar machte, wird so verschoben um die Möglichkeiten die sich aus der Bildebene ergeben zu erforschen. Gegenwärtige youtube Phänomene wie das sogenannte “Bad Lip Reading”, aber auch die technologischen Entwicklungen AI gesteuerter lip reading software werden damit zum Hintergrund für diese experimentelle Anordnung.