DigiDic

 

DigiDic / Systemwechsel
Unter diesem Motto beginnt IMA Institut für Medienarchäologie eine neue Projektreihe die sich ganz einer digitalen Medienarchäologie widmet. Untersucht werden digitale Werkzeuge des selbstverständlichen Gebrauchs speziell im künstlerischen Kontext.

DigiDic Termine
14 May | Git-Workshop with Ludwig Zeininger
Ort: Klangraum Fröbelgasse, Wien
Zeit: 14:00 – 18:00

28 – 29 August | DigiDic Symposium
Ort: Kunst- und Kulturverein LAMES, St. Pölten

Symposium – Videodokumentation
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Leben wir in einer digitalen Diktatur? Sind wir als Künstler*innen reflektiert und widerständig gegen die großen Monopolisten, im speziellen den BIG FIVE, google, facebook, amazon, Apple und Microsoft und den von ihnen bereitgestellten Plattformen und Werkzeugen? Werden wir als Widerständige mehr und mehr ausgeschlossen oder gibt es Alternativen? Wie können wir lernen mit alternativer Hard- und Software sowohl im Produktions- wie im Distributionsbereich zu arbeiten? Sind wir bereit Lebenszeit und Energie zu investieren, um auszusteigen und auf viele Bequemlichkeiten zu verzichten? Was gewinnen wir dadurch? Autonomie? Und schaffen wir es ein Ausstiegsszenario einer jüngeren Generation als sexy zu verkaufen?

Diese Welt bewegt sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit auf eine absolute Monopolisierung der globalen digitalen Player zu. Ein Zustand den es in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat. Milliardenschwere Unternehmen in der Digitalwirtschaft aus den USA (google, facebook und co) und China (Alibaba) treten eine Weltherrschaft an, die in China bereits mit einer monolithischen politischen Macht verknüpft ist. Das Gold – Daten. Das Resultat – die totale Kontrolle, eine von Algorithmen errechnete Bedürfnisschaffungsmaschinerie und der Verlust jeglicher Privatsphäre. Wir alle tragen als „Happy User“ und Konsument*innen durch unseren täglichen Input zu dieser Veränderung bei. Wer Widerstand leistet wird zunehmend aus dieser Gesellschaft ausgeschlossen. Wenn ich mich etwa weigere einen google, facebook oder Apple Store Account zu haben bleibt mir der Zugriff auf viele an sich brauchbare Apps versperrt, es ist mir nicht mal mehr möglich an die App für mein Bankkonto zu kommen. Das nenne ich digitale Diktatur.

Und was hat die Kunst damit zu tun?

Als Institut für Medienarchäologie fühlen wir uns einer kritischen Betrachtung der Medien und somit der digitalen Welt verpflichtet. Künstler*innen stellen gesellschaftspolitische Fragen und tragen durch ihre künstlerischen Outputs im besten Fall zu einer Bewusstwerdung einer Problematik bei.

Wir brauchen einen Systemwechsel, eine Demokratisierung der digitalen Welt, weg von den diktatorischen Monopolen hin zu einem bewussten Umgang mit und einer Transparenz von „Neuland“. Wir gestalten mit. Kunst ist Gestaltungswille.

Und es gäbe wohl kaum eine bessere Zeit als JETZT sich mit diesen Fragestellungen zu beschäftigen, im home office, in online Konferenzen und dabei auch gleich genau darauf zu achten welche Werkzeuge wir verwenden wollen um sich dieser Monopolisierung zu widersetzen. Jedenfalls KEIN google.doc oder Skype. Und unsere Streamingdaten werden wir weder YouTube noch twich in den gefräßigen Datenrachen werfen.