BEGLEITPROGRAMM

Mit diesem Programm tauchen wir in tiefere Schichten der kritischen Betrachtung unserer digitalen Kultur, überprüfen unsere Werkzeuge und unsere Umgebungen, stellen uns Fragen und diskutieren sie mit Expert:innen aus Wissenschaft, Kunst und Aktionismus, um uns so ein Handwerkszeug zur digitalen Selbstverteidigung anzueignen.






Eröffnung Stadtmuseum St. Pölten

30 11 2022 18:00 Uhr
Eröffnung mit einem musikalischen Beitrag von Margarethe Maierhofer-Lischka

01 12 2022 17:00 Uhr
Kurator:innenführung mit allen anwesenden Künstler:innen

02 12 2022 17:00 Uhr
Vorträge und Diskussion (in englischer Sprache)

Technologies of Hope and Fear
Vortrag von Marek Tuszynski

In Zeiten der Pandemie erscheint alles außergewöhnlich und Dinge kommen ins Rollen, die vermutlich sonst so nicht passiert wären. Anhand hunderter vorgeschlagener technischer Lösungen für die Pandemie werden diese genauer untersucht und ihre Konsequenzen hinterfragt. 10 inspirierende Wege über Techno-solutionism zu denken werden aufgezeigt, denn der Blick und die Dechiffrierung auf das, was uns als Lösungen präsentiert wird, erfordert Einfallsreichtum und Kreativität. Dienen die Technologien der Pandemie der Kontrolle des Virus oder der Kontrolle der Wirt:innen?

Trust
Vortrag von Danja Vasiliev

Wir stellen an Maschinen falsche Erwartungen. Wir erschaffen Technologien, stellen sie unserem eigenen biologischen Substrat zur Seite und erwarten von ihnen ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen – eine Eigenschaft, die Technologien nicht besitzen. Die Vermenschlichung von Maschinen hat sich als großer Fehler in unserem Mensch-Computer-Interaktionsmodell erwiesen, in dem Vertrauen grundsätzlich fehlt. Heutzutage müssen wir jedoch immer mehr Apparaturen und Dingen vertrauen, die tatsächlich künstlich sind, Dingen, die Entscheidungen allein auf der Grundlage von Algorithmen treffen.

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03 12 2022 14:00 - 17:00 Uhr
Workshops (in englischer Sprache)

Ungesicherte Webcams
Caroline Buttet 14:00 Uhr



Weltweit sind schätzungsweise 770 Millionen Überwachungskameras in Betrieb. Viele davon verwenden voreingestellte Passwörter und Benutzernamen, was einen Zugriff auf sie leicht macht. In diesem Workshop lernen die Teilnehmer:innen mehr über unsichere Feeds, wie sie gesammelt werden und warum sie öffentlich zugänglich sind. Am Beispiel der interaktiven Installation Virtual Peephole erforschen die Teilnehmer:innen die dazu nötigen Werkzeuge und erhalten so eine Vorstellung, wie diese Feeds der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.


FANGØ
Martin Nadal 15:30 Uhr



“FANGØ” ist eine Abwehrwaffe gegen den Überwachungskapitalismus. Ein als Handy-Ladegerät getarnter Microcontroller übernimmt die Kontrolle des Smartphones, mit dem er verbunden ist. Durch Suchanfragen bei Amazon, Google und anderen Suchmaschinen, Video-Uploads auf YouTube, das willkürliche Liken von Fotos auf Instagram soll er die Datenbroker in die Irre führen und die Datenerfassung stören. In diesem zweigeteilten Workshop geht der Künstler auf das Konzept Überwachungskapitalismus näher ein und erklärt, wie es funktioniert. Er präsentiert die Arbeiten anderer Künstler:innen, die mit ihrer Arbeit ähnliche Ideen verfolgen. Im zweiten Teil diskutiert die Gruppe die technischen Aspekte des “FANGØ”-Geräts, wobei die Teilnehmer:innen die Möglichkeit haben, unter Anleitung des Künstlers eines für ihr eigenes Raspberry Pi nachzubauen.