trans.* Installationen
Resonating Sculpture X, Übergang / Transition
© la tabakalera, scala, 2024
12 06 2025 (16:00 - 24:00) & 13 06 2026 (17:00 - 24:00)
Foyer und Aussichtsplattform
Klänge elektromagnetischer Wellen, sich überlagernde Frequenzen unergründlicher Räume – magisch, flüchtig und berührend, das sind die elektropoetischen Klangwelten, die Reni Hofmüller mit den Antennen ihrer Resonating Sculptures erschließt. In Geräusche transformierte Strahlungsemissionen der natürlichen und der menschgemachten Welt, des Kosmos’ ebenso wie der technologischen Umgebung: Rauschen, Knacksen, Zischen, Pfeifen, Vibrieren, Klirren und Klicken, Schwirren, Summen und Schwingen.
Die für den Klangturm konzipierte Resonating Sculpture X, Übergang / Transition wird auf den Wasserläufen in und um St.Pölten aufbauen und so das Fließen des Wassers und die elektromagnetischen Ströme miteinander verbinden.
Eine Antenne ist eine Vorrichtung zum Senden und Empfangen elektromagnetischer Wellen, und die Resonating Sculptures sind Antennen. Dabei ist ihre jeweilige Form in Verbindung mit dem Empfangs- und Sendegerät ausschlaggebend, welche Frequenzen und damit welche Information empfangen werden kann. Jede der mittlerweile zehn Resonating Scupltures hat eine eigene Form und Geschichte. Zu Beginn basierten sie auf der Handlinien der Künstlerin; mittlerweile hat sich die Formensprache erweitert.
Seit 2012 beschäftigt sich die Medienkünstlerin, Musikerin, Komponistin, Organisatorin und Aktivistin mit Kommunikationsräumen, die durch den Einsatz von Antennen erzeugt und charakterisiert, im Live-Set musikalisch -improvisatorisch ausgedeutet werden. Die Skulpturen sind mobil, klein, schwer, raumgreifend, sie referenzieren Orte und Plätze, für die sie entworfen wurden, und sie haben ihre jeweils eigene Entstehungsgeschichte.
Fragments de riens (Fragmente aus Nichtigkeiten)
© Ulysse Gohin
12 06 2025 (16:00 - 24:00) & 13 06 2026 (17:00 - 24:00)
Erste Klangebene und Erste Klangkugel
Die gesamte Installation, einschließlich der Elektronik, besteht umweltschonend aus recycelten Materialien. Das Ergebnis ist ein offenes System, bei dem alle mechanischen und elektronischen Komponenten sichtbar sind.
Die im Raum verteilten Klangobjekte sind das Ergebnis improvisierter Formen. Die Materialien wurden gesammelt, zusammengesetzt und in Schwingung versetzt, um einen Klang, eine Bewegung oder eine Haltung zu erzeugen, die jedes Mal anders und unbestimmt ist. Die Auswahl der Objekte, ihre Anordnung im Raum und die Klangkomposition sind Variablen, die sich weiterentwickeln und an den Ausstellungsort angepasst werden.
Die Installation besteht aus 15 Klangobjekten, die mit einer zentralen Maschine, einer Spieluhr, verbunden sind. Diese Spieluhr steuert und aktiviert die Objekte. Darauf dreht sich langsam ein Zylinder: eine Sprühdose, deren Lack an einigen Stellen abgekratzt wurde, wodurch Kontaktflächen, über die der Strom fließt, entstanden sind, um die Objekte zu aktivieren. Mit einem Schalter kann das Publikum die Installation für einen 2-minütigen Zyklus starten.
Die Massagestuhl Serie
© Flavio Palasciano
12 06 2025 (16:00 - 24:00) & 13 06 2026 (17:00 - 24:00)
Zweite Klangkugel
Die Arbeit entpuppt sich als körperliche Erfahrung des Übergangs: von Bewegung zu Stille, von äußerer Orientierung zu innerer Wahrnehmung, von bewusster Kontrolle zu teilweisem Loslassen. Der Stuhl fungiert als vermittelndes Gerät, das programmierte Signale in körperliche Empfindungen übersetzt, während der menschliche Körper automatisch, sensorisch und affektiv reagiert. In dieser Begegnung wird Handlungsfähigkeit geteilt und ausgehandelt.
Die interaktive Installation verwendet einen modifizierten Massagesesseln, der mit gepolsterten Elementen und einer audiovisuell-taktilen Schnittstelle versehen wurde. Das Publikum wird eingeladen sich bequem hinzusetzen, zu entspannen und sich mit geschlossenen Augen den flackernden Lichtern anzunähern. Durch Berühren der goldenen Linien im Keramiksensor kann das Publikum die Abfolge synchronisierter Vibrationen, Licht und binauralem Klang verändern. Die Interaktion verlagert die Wahrnehmung allmählich nach innen und aktiviert Körperempfindungen, mentale Bilder und veränderte somit die Zustände der Aufmerksamkeit.
Innerhalb dieser Interaktion geht es nicht um Liebe als Gefühl oder Repräsentation, sondern als Handlung: Aufmerksamkeit, Fürsorge, Teilnahme und die Bereitschaft, in einem Beziehungsprozess präsent zu bleiben. Liebe erscheint hier als eine Praxis der Wahrnehmung – eine vorübergehende Übereinstimmung zwischen Mensch und Maschine, die auf Berührung, Zeit und körperlicher Reaktionsfähigkeit basiert. Die Soundtracks verwenden populäre Liebeslieder, in denen Liebe als etwas dargestellt wird, das konsumiert und gehandelt werden kann. Durch den Körper wahrgenommen und nicht aus der Distanz gehört, verlieren diese vertrauten Erzählungen des Verlangens ihren repräsentativen Komfort und können als Empfindung neu erlebt werden. Auf diese Weise reflektiert die Arbeit über Liebe als Ware und fordert diese gleichzeitig als physischen, zeitbasierten und transzendierten Zustand zurück – einen Zustand, der über zukünftige Formen der Liebe mit Maschinen spekuliert.