trans.* Konzerte
Freitag 12 06 2026
Sound Postcards
22:00 Dritte Klangebene
© Merv Espina
ist eine weitere live Performance aus einer seit 2018 laufenden, auf Synthesizerklängen basierenden, Serie. Das Stück behandelt Komposition als Übertragung und nutzt Klangmaterial, welches durch Distanz, Verschiebung und Migrationsgeschichten geprägt ist.
Die Praxis einer nicht-kanonischen Tradition der Klangerzeugung versteht Komposition als kulturell und politisch eingebettet. Form entsteht durch Akkumulation, Drift und situative Zeitlichkeit und nicht durch überlieferte Modelle der Abstraktion, Entwicklung oder Auflösung. Der Klang ist Träger von Erinnerung und Lokalität und widersetzt sich universellen Systemen von Urheberschaft und Technik.
Die Performance entfaltet sich als einzigartige Klangpostkarte, komponiert in Echtzeit. Das aufeinander Hören der Performerinnen und die Präsenz des Publikums prägen aktiv die Richtung und Dauer der Performance. Die Klangstrukturen werden live durch fortlaufende Entscheidungen über Dichte, Register und Zeitlichkeit gestaltet, wodurch die Spannung zwischen Adressierung und Rezeption offen gehalten wird.
Ausgehend von einer transfeministischen künstlerischen Position besteht die künstlerische Arbeit darauf das Zuhören als eine politische Praxis, die von Fürsorge, Ablehnung und Neuorientierung geprägt ist, zu betrachten. Transition wird nicht als Übergang oder Transformation inszeniert, sondern als anhaltender Zustand aufrechterhalten, in dem der Klang instabil, akkumulierend und unaufgelöst bleibt.
co-ra
ascend
Co-ra ist das neue „Pop“-Projekt der Wiener Klang- und Medienkünstlerin Cora Leli Hausch (sie/ihr). Nach jahrelanger, strenger MAX/MSP-Diät ließ sie ihrer inneren Teenagerin freien Lauf, warf ihre Ersparnisse aus dem Fenster, stieg auf modulare Synthesizer um und begann, kitschige Arpeggien mit süßem süßem Noise zu vermischen. Ascend ist das Ergebnis eines Jahres Arbeit an diesem neuen Projekt. Zwischen Euphorie und Zerstörung balancierend, zelebriert Co~ra Zustände des Exzesses und gesteigerter emotionaler Erregung durch übersättigte melodische
Strukturen, die der Dance-Musik entlehnt sind, mit dem finalem Ziel, das Selbst in einem Meer aus weißem Rauschen aufzulösen. Ascend spiegelt Elemente des eigenen Weges der Künstlerin während ihrer Transition wider – eine Suche zur Wiederentdeckung und Umarmung eines lange verloren geglaubten Selbst.
DJ-Set
23:30 Aussichtsplattform
In ihren Sets bemüht sie sich Geschichten zu erzählen, indem sie Tracks mit groovigen Basslines und funkigen Sounds zusammenfügt, um fast wie in Trance, in die Atmosphäre von urigen Wäldern einzutauchen.
Für trans.* spielt sie ein trancig-danciges DJ-Set.
Samstag 13 06 2026
Fray
23:00 Dritte Klangebene
© Felix R. Huber
Adele Knalls Performance entfaltet sich als vielschichtige Erkundung von Bewegung, Veränderung und Widerstand. Klang, Stimme und elektronische Impulse durchbrechen feste Formen, verweben sich in Übergängen, in denen Identitäten verhandelbar bleiben. Jede Schwingung, jeder Loop, jede modulierte Stimme wird zum Akt des Sich-Entziehens: von Norm, von Erwartung, von vorgefertigten Bahnen.
In Fray entstehen Klänge, die sich verschieben, verdichten, auflösen und neu zusammensetzen. Stimmen erscheinen, verschwinden, verschränken sich und zerfallen in temporäre Körper, die sich durch Räume und Zeit bewegen. Der Raum selbst wird zu einem Ort des Widerstands: die üblichen Trennlinien lösen sich auf. Hier wird Klang zum Akt der Freiheit, zur Erfahrung des Nicht-Fixierten.
Die Performance lädt ein, Übergänge nicht als Verlust, sondern als produktive Kraft zu erfahren. Jeder Klang, jede Verdichtung, jede Transformation ist ein Akt der Auflehnung gegen das Festgeschriebene – gegen starr gesetzte Grenzen von Wahrnehmung, Identität und Raum. Klang als Manifest, als widerständiger Fluss, als Einladung, Grenzen von Wahrnehmung, Identität und Raum zu überschreiten. Fray erzeugt Momente, in denen Hören, Fühlen und Denken sich in einem stetigen Fluss befinden: unvorhersehbar, offen, radikal beweglich, unaufhaltsam. Die Performance wird so zu einer Erfahrung des Widerstands durch Klang, zu einer Einladung, im Dazwischen zu verweilen, zu erkunden und sich selbst neu zu verorten.