Wir Haben Eine Wahl

 

Eröffnung 18 10 2018 18:00

Amtsstunden: Di, Mi, Do 15:00 – 19:00 (außer Feiertage)
Weihnachtspause: 24 12 2018 – 07 01 2019

Wahlbüro XX TÉCHNE
Linzerstrasse 17, St. Pölten

Konzeptteam: Seppo Gründler , Elisabeth Schimana und Tamara Wilhelm
ExpertInnen: Lenka Kocisova, Karin Macke, Norbert Math, Christian Munk, Pia Palme, Andreas Rathmanner und Markus Wintersberger

 

Inspiriert ist unser Focus 2018 von 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich.

Seit Urzeiten dient der weibliche Körper zur Reproduktion der Spezies Mensch, wodurch die Nachkommen zwar immer schon eindeutig der biologischen Mutter, jedoch nicht einem biologischen Vater zugeordnet werden konnten. In Anbetracht der Geschichte der Menschheit ist dies eine jüngere Erscheinung. Der erste wissenschaftliche Nachweis einer Vaterschaft wurde 1926 in Wien in Form eines Gutachtens, das sich auf erbbiologische Merkmale stütze, erstellt. Die soziale Bindung steht im Vordergrund.

Die Erforschung der Vererbung / Genetik und der Reproduktionsmedizin führen zu einer Reihe neuer Reproduktionstechnologien. 1978 wird das erste Retortenbaby geboren. Gezeugt im Glas und transferiert in den weiblichen Körper wird dieser Körper unabhängig von sozialer Bindung zur Brutstätte.

Die Technisierung der menschlichen Fortpflanzung schreitet voran. Bei der Haploidisierung etwa wird der Kern einer Spendereizelle durch den Kern einer Körperzelle der „Mutter“ ersetzt und mit einem beliebigen Spermium befruchtet, eine geschlechtsunspezifische Reproduktion wird möglich.

Der künstliche Uterus ist im Entstehen und zusammen mit der Haploidisierung wird Fortpflanzung ohne Sex und ohne das jeweils andere Geschlecht möglich.
Der weibliche Körper als Brutstätte zur Erhaltung der Spezies wird obsolet.

Was bedeutet das für die Geschlechterzuschreibung? Fluch oder Segen?

Bei kaum einem anderen Thema spaltet sich die globale Gemeinschaft so sichtbar wie bei den soziokulturellen Ideologien, die bestimmen was ein „Mann“ oder eine „Frau“ ist beziehungsweise zu sein hat.

Und immer geht es im Grunde um die Erhaltung der Spezies und der Kultur und die mit dieser Kultur verbundenen ideologischen Aggregatszustände. Und immer noch ist der weibliche Körper Austragungsstätte dieser ideologischen Kampfzonen, wird geschunden, benutzt und missbraucht.

Lebenswelten von Männern sind global betrachtet ähnlich. Lebenswelten von Frauen und anderen Geschlechtern sind global betrachtet extrem unterschiedlich.

In unserem Büro wollen wir partizipativ in erster Linie mit den Bewohnerinnen, aber dann auch mit den Bewohnern von St. Pölten Fragen der Geschlechterzuschreibung nachgehen,
ad absurdum führen und uns dazu künstlerisch gestalterischer Methoden bedienen.

  • Was / wie ist die Frau der Zukunft?
  • Was / wie ist der Mann der Zukunft?
  • Gab / gibt es nicht Gesellschaften, die mehr als zwei Geschlechter kennen?
  • Was ist Familie ohne biologische Eltern?
  • Was brauchen wir, damit Frauen tatsächlich frei über ihren Körper bestimmen können?

Wer wär ich Wenn?