Klangturm - Installationen



Drehmomentmal - Inertia I,II,III
Erste Klangkugel
Christine Schörkhuber



„In der Physik ist Trägheit, auch Beharrungsvermögen, das Bestreben von physikalischen Körpern, in ihrem Bewegungszustand zu verharren, solange keine äußeren Kräfte oder Drehmomente auf sie einwirken. […] Die meisten Trägheitsbewegungen auf der Erde werden durch Reibung nach und nach verlangsamt, bis das Objekt zum Stillstand kommt.“ *
*wikipedia.org/wiki/Trägheit

Eine Halbkugel wird durch einen Rotor für einen kurzen Zeitrum in Drehung versetzt. Die darin befindliche Kugel gerät in eine Bewegung, die mit Verzögerung abebbt und schliesslich zum Stillstand kommt. Drei Objekte haben das gleiche Funktionsprinzip, sind jedoch mit Kugeln von unterschiedlicher Masse bestückt. Die Kräfte, die auf sie einwirken, führen daher zu verschiedenen Abläufen. Durch Beschleunigung und Nachrollen evozieren sie subtile und gleichermassen markante Klänge mit einer spezifischen rollenden Rhythmik.

Vom Material ausgehend stellt Christine Schörkhuber eine physikalische Gesetzmäßigkeit in den Fokus dieser Arbeit. Ein alltäglicher Umstand, das jedem Menschen vertraut ist und dem sich auch niemand entziehen kann, wird für einen Moment spielerisch zum Zentrum der Aufmerksamkeit.

cycloop
Zweite Klangkugel
Thomas Nagl



cycloop ist eine Klanginstallation, bei der ein Turntable zur Quelle der Klangsteuerung umfunktioniert wird und als Impulsgeber und zentrales Steuerelement für verschiedene Klangerzeuger fungiert. Das Konzept baut auf der Idee von „Locked Grooves“ auf. Hierbei handelt es sich um Klangschleifen, die durch die Verbindung von Ende und Anfang einer Schallplattenrille realisiert werden. Im Fall von cycloop wird jedoch kein bereits auf Platte gepresstes Klangmaterial wiedergegeben - vielmehr regen Elemente auf dem Plattenteller mit jeder Umdrehung Klänge an. Dies führt zu einer mantrischen Endlosschleife, die dennoch Raum für Klangvariationen und -modulationen offen lässt.

Die musikalische Murmelbahn: Der Klangwurm
Erste Klangebene
Elisabeth Flunger



In der Hauptstadt eines schönen und wohlhabenden Landes mit glücklichen Menschen steht ein sagenumwobener Turm, der Klangturm, in dem oft seltsame und unheimliche Geräusche zu hören sind. In ihm gibt es einen geheimnisvollen Raum, den seit vielen Jahren keine Menschenseele mehr betreten durfte. Es regnet hinein, dunkle Pfützen bilden sich auf dem Boden, und neben allerlei Sorgen hat sich ein scheues Tier in ihm angesiedelt:

Der Klangwurm

Der Klangwurm wohnt in der ersten Etage des Klangturms und lässt seine Kugeln rieseln. Von der Sonne hat er sich ausbrüten lassen, aus einem der großen Eier, die im Klangturm stecken.

Der Klangwurm ist eine tierische Improvisationsmaschine. Er hat sich schräg hingelegt, und Murmeln, Kugeln, Bälle rollen an ihm herunter und stoßen gegen Gegenstände aus Metall, die Splitter seines Eies, aus dem er geschlüpft ist. Bei den meisten Kugelbahnen gibt es einen perfekten Durchlauf, aber dem Klangwurm ist es nicht so wichtig, die Wege festzulegen und für ein Ankommen der Murmeln am Ende der Bahn zu sorgen. Es geht ihm nicht um Kontrolle, sondern um Spiel und Spaß. Manche Murmeln stoßen an viele Metallteile und machen eine Menge Geräusche, manche rollen leise und unauffällig vorbei und knallen erst viel weiter unten irgendwo dagegen.

Zum erstenmal darf der Klangwurm von einer größeren Gruppe besucht werden. Das Publikum kann mit ihm spielen, und die erfahrene Klangwurmexpertin Elisabeth Flunger wird an beiden Abenden eine umfassende Präsentation leiten.

Die transportable Murmelbahn wurde realisiert mithilfe einer Förderung der Stadt Wien und mit Unterstützung von WienModern und für den Klangturm teilweise umgebaut.